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21. November 2009
 

auslandsjournal

 
mittwochs, 22.45 Uhr
Elefantenherde. Quelle: ap
Kenias Elefanten sind in Gefahr

Kenia

Masai Mara

Kenias Wildparadies in Gefahr

Seit den Wahlen im Dezember 2007 herrscht in Kenia angespannte Ruhe. Ausschreitungen überall im Land trieben über 300.000 Menschen in die Flucht, mehr als 1000 verloren ihr Leben. Seither bleiben auch die Touristen weg - mit bedrohlichen Folgen für den kenianischen Nationalpark Masai Mara, denn wichtige Schutzmaßnahmen für die Tiere können nicht mehr finanziert werden.

 
 
 
 

Vereinzelt wachsen Akazien, die etwas Schatten spenden. Ansonsten durchzieht weites, hügeliges Grasland das kenianische Naturschutzgebiet Masai Mara. Hier im Nordausläufer der Serengeti erstreckt sich ein Wildparadies: Löwen, Elefanten, Leoparden und Nashörner sind dort zu Hause, aber auch Geparde, Schakale, Krokodile und Giraffen.

 

Die Touristen bleiben fern

Doch das Paradies ist in Gefahr. Seit den blutigen Auseinandersetzungen nach den Wahlen im Dezember 2007 kommen nur noch wenige Touristen nach Kenia. Damals wurden Vorwürfe der Wahlmanipulation laut und der erneute Sieg des Präsidenten Mwai Kibaki von Anhängern des Gegenkandidaten Odinga angezweifelt. Bei den folgenden Unruhen starben mehr als 1000 Menschen, 300.000 Menschen flohen aus ihren Dörfern. Erst unter ausländischem Druck einigten sich die Rivalen Kibaki und Odinga auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung. Doch die Bilder der Gewalt haben die Touristen verunsichert, die Einnahmeverluste für Kenias Tourismusbranche sollen in diesem Jahr bis zu 61 Prozent betragen. Verluste, die auch den Nationalpark Masai Mara schwer treffen.

 
Unruhen in Kenia halten die Touristen fern. Quelle: dpa
dpa
Unruhen in Kenia

 

Seit Wochen können die Parkwächter nicht mehr bezahlt werden, und es fehlt an Treibstoff und Ersatzteilen für die Fahrzeuge. Patrouilliert wird daher nur noch stundenweise, nachts gar nicht mehr. Freie Bahn also für Wilderer, die es auf das heiß begehrte Wildfleisch abgesehen haben. Aber auch die Bewohner der Umgebung spüren den Wegfall der Patrouillen. Wenn in der Regenzeit Löwen und Leoparden aus der Steppe in die Dörfer kommen, um Rinder und Schafe zu reißen, greifen die Dorfbewohner zu den Waffen und töten sie. Nur so können die Masai ihre Tiere schützen. "Wir mussten die Hilfen für die Masai-Gemeinden einstellen", klagt Parkdirektor Brian Heath, "auch die Entschädigung für Tierverluste."

 

Artenschutzkonferenz in Bonn

Zur gleichen Zeit findet fast 7000 Kilometer weiter nördlich die UNO-Artenschutzkonferenz statt. In Bonn arbeiten mehr als 5000 Politiker und Wissenschaftler aus aller Welt an einem konkreten Fahrplan zur Umsetzung einer UNO-Konvention zum Artenschutz. Ziel ist es, die Verluste biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2010 maßgeblich zu verringern. Vor ihrem Auftritt auf der Konferenz sagte Bundeskanzlerin Merkel in einer Videobotschaft im Internet, dass etwa 16.000 Arten vom Aussterben bedroht seien. Das bringe "die natürlichen Lebensgrundlagen in Gefahr - auch die der Menschheit".

 
Masai Krieger in Kenia. Quelle: reuters
reuters
Masai-Krieger

 

Doch Masai Mara braucht schnell Hilfe. Parkwächter Joseph Kimojino fürchtet sich um die Zukunft: "Unser Geldmangel führt dazu, dass die Wilderer den Park am Ende ganz an sich reißen. Kommt nicht bald Hilfe, dann bleibt die Masai Mara für immer geschädigt."