Hauptnavigation:

Sie sind hier:

21. März 2010
 

auslandsjournal

 
mittwochs, 22.45 Uhr
auslandsjournal-Logo. Quelle: ZDF

auslandsjournal

Die Themen der Sendung

Berichte aus aller Welt

Das auslandsjournal berichtet diese Woche über das Bangen um die Traumstadt Venedig, die Lasten des Hoffnungsträgers Barack Obama, japanische Kinderliebe und einen selbstlosen Arzt in Antigua.

 
 
 
 

Tod von Venedig

Venedig droht auszusterben. Der Stadt mit dem weltberühmten Canal Grande laufen die Einwohner davon. Während jährlich etwa 18 Millionen Touristen in die Lagunenstadt strömen, zieht es die Einheimischen weg: Laut Presseagenturen gibt es nur noch 60.000 Venezianer- etwa ein Drittel der Einwohnerzahl aus dem Jahre 1951. Die Einwohner beklagen die starke Ausrichtung auf den Tourismus und die horrenden Mietpreise. Ein normales Leben sei kaum noch möglich. Aus Protest haben nun Hunderte Venezianer ihre Stadt symbolisch zu Grabe getragen. ZDF-Korrespondent Peter Sydow hat die stilechte Gondel-Prozession verfolgt. Er berichtet vom verzweifelten Hilferuf der letzten Einwohner.

Ein Jahr Obama

Vor rund einem Jahr wurde Barack Obama zum ersten schwarzen Präsidenten der USA gewählt. Stimmen bekam er vor allem für seine Visionen eines fortschrittlichen Amerikas und einer besseren Welt. Doch inzwischen muss auch Obama feststellen, dass der von ihm proklamierte "change" nicht so einfach umzusetzen ist. In Irak und Afghanistan befinden sich seine Truppen noch immer im Krieg, auch innenpolitisch steigt der Druck. ZDF-Korrespondent Matthias Fornoff berichtet über die schweren Lasten auf den Schultern des Hoffnungsträgers.

Kinderliebe auf japanisch

Nakizumo, "weinender Sumo", heißt eine Tradition, die seit mehr als 400 Jahren in den großen Städten Japans begangen wird. Die Sumos sind in diesem Fall Kleinkinder, die sich im weinen überbieten sollen. Weil das die wenigsten freiwillig tun, stehen echte Sumos parat und helfen den Kleinen auf die Sprünge - durch schütteln, schreien und schocken. Was dem europäischen Betrachter unsanft erscheinen mag, ist in Japan fester Bestandteil der liebevollen Erziehung. Schließlich ist ein lautes Organ Zeichen einer guten Gesundheit und dem Sieger wird dem Glaube nach Glück und Zufriedenheit widerfahren.

Klinik unter Palmen

"Antigua - ein Paradies mit Sonne und Sand" versprechen die Prospekte der Reisebüros. Für die vielen Touristen und die reiche Oberschicht mag das zutreffen. Nicht aber für 80% der Einwohner. Die meisten von ihnen sind Nachfahren schwarzer Sklaven, die einst auf den Plantagen der britischen Kolonialherren schuften mussten. Sie sind arm, manche so sehr, dass sie sich im Krankheitsfall keinen Arzt leisten können. Es sei denn, sie geraten an Dr. Patrick Matthews. Ein Held, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: Er behandelt die Armen kostenlos. Wer über kein eigenes Einkommen verfügt, muss bei ihm nicht zahlen. Nur die Wohlhabenden werden zur Kasse gebeten, Politiker sogar doppelt. Matthews praktiziert eine Umverteilung von oben nach unten. Er nimmt es den Reichen und gibt es den Armen.