Das auslandsjournal berichtet über die Müllhalde Mittelmeer; einen indischen Yoga-Guru, der Homosexuelle behandeln will; den Wirtschaftsboom in Panama und über die internationale Besorgnis über das Atomprogramm Irans.
Müllhalde Mittelmeer
Seit vergangener Woche wird man sich nicht mehr so sorglos in die Fluten an den kalabrischen Stränden stürzen. Denn dort, direkt vor der Küste, fand die Polizei ein Schiffswrack vor der Küste mit 120 Tonnen Gift- und Atommüll im Rumpf - versenkt wohl von der Mafia. Ein Aussteiger gab den entscheidenden Tipp und den Anstoß, endlich einen gigantischen Skandal aufzudecken: Seit 1994 soll die Mafia mehr als 30 Schiffe mit toxischer Ladung im Mittelmeer versenkt und damit kräftig abkassiert haben. Denn das illegale Geschäft mit Atommüll, für den viele Länder keine Endlager finden, bringt Millionen. Besonders, wenn man bereit ist, den gefährlichen Müll ohne jede Sicherung einfach verschwinden zu lassen. Für das auslandsjournal begleitet ZDF-Korrespondentin Antje Pieper die Ermittler auf der Suche nach den Drahtziehern.
Guru gegen Gays
Mehr als 150 Jahre lang mussten Homosexuelle in Indien ihre sexuelle Orientierung verheimlichen, um jahrelangen Haftstrafen zu entgehen. Doch das Land steht vor einem gesellschaftlichen Wandel. Anfang Oktober könnte das seit 1861 geltende Verbot von Homosexualität endültig gekippt werden. Konservative und religiöse Fanatiker heizen den Streit jedoch neu an.
Oh, wie schön ist Panama!
Hochhäuser aus Stahl und Beton schießen wie Pilze aus dem Boden: Panama boomt in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise wie kaum ein anderes Land. Den Erfolg hat der zentralamerikanische Staat vor allem dem Panama-Kanal und einer zweifelhaft einladenden Steuerpolitik zu verdanken.
Angst vor der Atommacht Iran
Die jüngsten Raketentests des Irans lösen international Besorgnis und Verärgerung aus. Die Raketen des Typs Schahab-3 haben mit 2000 Kilometern die größte Reichweite im Raketen-Arsenal Teherans und könnten auch Israel und US-Stützpunkte in der Golfregion erreichen. Ein Sprecher des Teheraner Außenministeriums betonte unterdessen, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen den Raketentests und dem Bau einer zweiten Anlage zur Urananreicherung gebe, der erst am vergangenen Freitag bekanntgeworden war. Es wird befürchtet, dass das islamische Land unter dem Deckmantel einer friedlichen Nutzung der Kernenergie den Bau von Atombomben anstrebt.